Bist du teamfähig? Oder hast du auch schonmal daran gezweifelt, ob die Arbeit in Teams immer eine gute Idee ist.

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, welche Rolle du in einem Team spielen kannst? Was dein Partner und du für eine Art Team sind?

In dieser Episode hörst du, welche Ideen mir in diesem Zusammenhang in den Sinn gekommen sind.

[smart_track_player url=“http://rccom.podcaster.de/download/be-committed-on-air-020.mp3″ title=“Teamfähig sein – Warum es strategisch besser wäre, sich von 2 Pferden treten zu lassen“ artist=“be committed ON AIR“ social=“true“ social_twitter=“true“ social_facebook=“true“ social_gplus=“true“ social_email=“true“ ]

Transkription

Hi, es ist Freitag Nachmittag, 14 Uhr, und hier ist der Markus. Vielleicht wunderst du dich und suchst eine Antwort darauf, warum ich erst am Freitag den Podcast mache und hochlade. Ich war gestern unterwegs. Ich war bei einer meiner Mastermind-Gruppen. Und das ist ein Team.

Warum ich dir das erzähle? Ich war gestern unterwegs und jetzt ist es kurz vor Feierabend. Ich hoffe, du kannst jetzt gleich in den Feierabend in den wohlverdienten gehen oder fahren oder dich reinfühlen. Auf jeden Fall bin ich gestern – das war in Frankfurt – nach Hause gefahren und habe da ein sehr motivierendes Hörbuch gehört. Es ging um Kunden und Zielfixierung und sowas und was mir im Gedächtnis geblieben ist, ist ein Spruch von Henry Ford. Es geht primär darum, ob man seinen Kunden fragen sollte, was er haben möchte. Und er sagte mal: Wenn ich meine Kunden gefragt hätte, was sie – bevor ich das Auto gebaut habe – hätten haben wollen, hätten sie wahrscheinlich geantwortet “schnellere Pferde”.

Teamfähig sein ist wichtig. Oder?

Ich glaube nicht, dass jemand auf Autos gekommen wäre, weil noch niemand darüber nachgedacht hat. Und da – zack! – hatte ich das Thema für den Podcast. Und zwar geht es um Teams.

Hä? Wie kommt der jetzt wieder mit seinem kranken Kopf auf so einen Zusammenhang? Mir ist Maximilian Ringelmann eingefallen. Das ist ein französischer Ingenieur. Der hat 1913 was entdeckt. Und zwar Pferde. Genauer gesagt Kutschen. Also er hat nicht Pferde und auch nicht Kutschen entdeckt, er hat entdeckt, dass wenn zwei Pferde an der Kutsche ziehen, dass die nicht 200 %, also das doppelte an Leistung bringen, sondern weniger. Und inspiriert davon haben auch andere Wissenschaftler versucht, das an Menschen zu verifizieren. Und die sind auf die Idee gekommen … vielleicht hast du schon einmal von dem Experiment gehört? Es geht um Tauziehen.

Was passiert an Kraft, wenn zwei Männer ziehen. Oder drei oder acht oder zwanzig. Man müsste ja erwarten, dass wenn man jetzt beim Tauziehen ist und 100 % alleine zieht, Mann gegen Mann oder Mensch gegen Mensch, das ist jetzt nicht wichtig, ob da jetzt eine Frau oder ein Mann ist, dann müssten doch zwei Mann 200 % ziehen. Nein, 93 % sind es. Und das Interessante ist, dass das offensichtlich unterbewusst wie bei Pferden funktioniert. Warum das so ist? Keine Ahnung, das hat mich in dem Zusammenhang auch nicht interessiert. Interessiert hat mich aber, dass es bei drei Männern bereits auf 85 % abfällt. Also jeder hält 15 % seiner Leistung offensichtlich unbewusst zurück.

Es ist übrigens so: Bei acht Männern gibt jeder nur noch 49 %, also weniger als die Hälfte an Leistung und wenn man die Leute hinterher fragt, sagen sie: Ich habe voll gezogen, mehr geht nicht!

Zusammen sind wir stärker. Eigentlich.

Und dieser subjektive Eindruck, dass man alles gegeben hat, verflüchtigt sich auch erst, je mehr Leute dabei sind. Dann drängt sich so langsam ins Bewusstsein, dass man nicht alles gibt. Und hier geht es darum, DEIN Ding zu machen. Alles zu geben für DEIN Ding. Und so kommen wir auch wieder in den Zusammenhang, indem ich mich dann frage: Wenn ich sowas höre mit, wir lösen das im Team. Alle zusammen. Ist das vielleicht Mist? Ist das Blödsinn? Sind Teams vielleicht scheiße?

Wenn ich dann weiterdenke. Wie ist das dann mit Partnerschaften. Wenn zwei Menschen das Gleiche wollen. Würde man nicht einzeln viel mehr erreichen? Und was ist das für ein Gedanke mit: Das Ergebnis ist mehr als die Summe der Einzelnen. Dann wären wir nicht bei 200 % sondern bei 250. Synergie und so.

Ich will das jetzt aber erst noch einmal runterbrechen, denn das ist jetzt erst einmal gar nicht so wichtig.

Alles findet im Kopf statt.

Interessant ist in dem Zusammenhang aber, dass es jetzt nicht nur um sportliche Leistungen geht. Sondern es ist im Kopf – im Business zum Beispiel oder bei Entscheidungen, bei Zusammenarbeit – genauso. Auch da ist es so: Je größer die Gruppe ist, desto weniger bringt jeder das ein, was er könnte. Kurzer Nebensatz: Es sinkt niemals auf Null. Und das hängt nicht damit zusammen, dass das nicht ginge. Es liegt daran, dass man dann sichtbar wird in der Gruppe. Es sinkt nicht auf Null, weil – und das finde ich in dem Zusammenhang auch spannend – man irgendwas macht für die Gruppe, und wenn es denn mehr oder weniger Alibi ist, um nicht so aufzufallen, dass man aus der Gruppe ausgeschlossen wird.

Und das führt bei größeren Meetings dazu, dass jeder mehr oder wenier gelangweilt rumsitzt, irgendwelche Einwürfe in die Diskussion gibt, und nicht wirklich was Sinnvolles dabei rauskommt. Das kennst du bestimmt, wenn du ab und zu mal in größeren Meetings dich engagierst oder deine Zeit verplemperst. Je nachdem. Das ist auch wieder eine komplett andere Sache und darum geht es hier nicht.

Es geht aber darum, dass das im Übrigen auch der Entscheidung oder der Risikobereitschaft Vorschub leistet. Gruppen. Je größer die sind, desto risikobereiter werden die. Und das hat damit zu tun, dass man sich in dieser Gruppe auch verstecken kann. Dementsprechend will auch keiner Nein sagen. Und somit, wenn Investitionen geplant werden – das ist ein Learning, das die Wissenschaft rausgibt – das in kleineren Gruppen oder vielleicht sogar alleine entscheiden. Insbesondere, wenn es am Ende noch einer verantworten muss. Denn die Gruppe insgesamt wird es nicht verantworten. Es wird nämlich nicht runtergebrochen werden. Das ist sicherlich eine Sache, warum Managementkreise von großen Unternehmen hin und wieder sehr merkwürdige Entscheidungen treffen. Und in der Politik ist es im Übrigen nicht anders.

Aber es soll gar nicht unser Thema sein. Wir waren nämlich beim Thema schnelleres Pferd, Henry Ford und dem Punkt, was das für dich bedeutet.

Du brauchst Spezialisten.

Kommen wir dahin zurück, denn das ist jetzt ein Lösungsansatz. Kommen wir wieder zum Sport zurück. Da ist es ganz anders. Da gibt es diesen Effekt nicht. Das liegt daran, dass nacheinander Leistung angefordert und abgerufen werden soll, man also in dieser Gruppe auch als Einzelner sichtbar ist. Und das wiederum bringt die Empfehlung der Management-Lehre dazu, dass man sagt: Okay, wenn es eine Gruppe sein muss – und ein Team ist eine tolle Sache, ich möchte nicht gegen Teams sprechen.

Supertoll! Partnerschaften. Klasse! Ich liebe Partnerschaften und den Partner in dem Fall auch, das hilft noch einmal obendrein. Aber die Empfehlung ist: Sucht euch Spezialisten. Stellt ein Team zusammen aus Einzelspezialisten. Wenn ihr also vier Leute habt, sucht nicht vier Leute, die das Gleiche machen oder können oder die die gleichen Kompetenzen haben. Sondern sucht vier Leute, die Einzelkompetenzen in verschiedenen Bereichen haben. Dann wird das Team was Großes. Dann könnt ihr was Großes erreichen. Und dann wird auch das, was ich eben gesagt habe über Synergien, was auch immer das genau sein soll, wird auch dann das Ganze, die Summe, vielleicht größer als die Einzelteile. So.

Und das kannst du genauso gut für eine Partnerschaft – egal ob eine Lebenspartnerschaft oder was auch immer für eine ist – anwenden. Und hier sind wir wieder ganz, ganz weit weg. Bei altklugen, wie man manchmal so meint, Sprüchen: Gegensätze ziehen sich an und funktionieren super. Vielleicht hat das genau damit zu tun.

Meine Botschaft an dich

Jetzt hat der Markus wieder die Welt erklärt. Nein. Mir war es einfach wichtig und es ist für mich wichtig, dass ich mir immer wieder klar mache – und das möchte ich dir gerne mitgeben, dazu möchte ich dich motivieren, inspirieren und ich finde es toll, wenn du darüber nachdenkst ab und zu mal – mach dir diesen Effekt, dass du vielleicht in der Gruppe weniger gibst, als du geben könntest, und hier geht es jetzt auch nicht darum, leiste ich mehr oder weniger, müsste ich mehr verdienen, müsste ich mehr Anerkennung kriegen, müsste ich mehr dieses oder jenes.

Es ist vollkommen egal, weil du machst das für dich. Du machst das, weil du weißt, dass du immer eine Wahl hast. Und weil du weißt, dass damit deine Leistung für dich persönlich – denn das ist der Fokus, um den es geht. Du möchtest ja morgens in den Spiegel gucken. Ganz egal, was der Rest der Gruppe da rumkaspert oder auch nicht tut.

Also mach dir das immer mal wieder bewusst, dass es diesen Effekt gibt und frag dich, nicht nur im Team, sondern auch in der Zweier- oder Dreierpartnerschaft, gebe ich meine 100 % oder versuche ich meine 100 % zu geben oder bin ich eher bei 93 % oder vielleicht sogar, wie bei den acht Männern im Tauziehen, bei nur 49 %?

Mehr Sichtbarkeit

Das kannst du genauso übertragen auf deine Partnerschaft. Auf Kumpels. Achte mal einfach drauf. Am Ende ist es DEIN Ding und du kannst es immer wieder von vorne machen und ja. Wenn du Verantwortung hast für Teams, – und auch eine Familie kann ein Team sein – mach die Leute sichtbar! Und wenn du einem Team angehörst und du möchtest einfach für dich ein richtig gutes Gefühl haben und für dich keine Bauchschmerzen haben und für dich sagen: Heute habe ich richtig was gemacht – und das halte ich für wichtig – mach dich selber sichtbar. Entweder indem du drüber nachdenkst oder indem du aufstehst und vielleicht einen Vorschlag machst oder vielleicht die anderen sichtbar machst.

Hier sind wir auch wieder in einem ganz anderen Bereich als kleiner Exkurs. So funktioniert es auch auf der Straße, wenn du anderen helfen willst. Die Leute helfen nicht, weil sie nicht helfen möchten, sondern weil sie halt in so einer Gruppe einfach untergehen und die Verantwortung … Ja, es kann ja jemand anderes machen. Wenn die Leute angesprochen werden: Hier hilf du mir, ruf du die Feuerwehr und du, lauf bitte hinter dem Taschendieb her. Ja, das ist ein konstruiertes Beispiel. Dann funktioniert das auch. Dann wurden Einzelne sichtbar gemacht. Ja. Das aber auch, weil es mir gerade so eingefallen ist und weil es mir ein Bedürfnis war, das noch zu sagen.

Mach dir einfach mal klar, dass es diesen Effekt gibt und nutze ihn für dich, weil man sich damit auch besser fühlen kann. Und besser fühlen ist das, was ich dir für das Wochenende wünsche, was ich dir für die nächsten Jahrtausende wünsche. Und dass du DEIN Ding machst und dass du aktiv committed das Wochenende verbringst. Das war der Markus, wir hören uns in der nächsten Woche.

Mach DEIN Ding!