Was sind gute Entscheidungen? Menschen neigen dazu Entscheidungen nur am Ergebnis zu beurteilen. Ein Fehler, der dir eine Menge Lebensqualität nehmen kann.

Diese Episode inspiriert dich darüber nachzudenken, ob du auch immer mal wieder in diese Falle tappst.

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Transkription

Ein munteres Hallo zur Folge 19. Was ist heute das Thema? Irgendwann wirst du diese Episode zu Ende gehört haben und dann wirst du ein Ergebnis haben. Ich habe ein Ergebnis der Aufnahme und dann wirst du das beurteilen.

Was hat das mit mir und mit meinem Commitment zu tun? Und was hat das mit aktivem Commitment zu tun, dem Thema, dem ich mich verschrieben habe?

Aktives Commitment bedeutet für mich nicht nur das Ergebnis als allein seligmachende und zeigende Variable zu nutzen um es zu beurteilen. Viel mehr ist mir wichtig im Bereich aktivem Commitment der Weg zu dem Ziel hin, den ich als Commitment betrachte und verstehe. Nämlich das genussvoll und im Sein, also achtsam, zu erleben und zu genießen. Darum geht es auch in der heutigen Folge.

Den Fehler, den wir immer mal gerne machen, nämlich einen Erfolg immer nur am Ergebnis zu messen und zu beurteilen. Und das ist nicht in Ordnung. Warum das nicht in Ordnung ist, soll Thema der heutigen Episode sein – und ist Thema der heutigen Episode.

Sind gute Entscheidungen Zufall?

Und dazu möchte ich dich einladen, ein kleines Gedankenexperiment mit mir zu machen. Denken wir mal drüber nach: Eine Million Affen. Diese eine Million Affen spekuliert an der Börse. Kaufen, verkaufen … wie man das an der Wall Street so macht. Und zwar machen die das ein Jahr lang und nach diesem Jahr werden statistisch gesehen – und da gibt es schon viele Untersuchungen zu – 50 % verloren und 50% gewonnen haben. Die 50% sind zum Beispiel Pleite gegangen. Und das geht dann immer so weiter. Jahr für Jahr. 50% gewinnen, 50% verlieren. Und nach 10 Jahren werden 1000 Affen übrig geblieben sein, die alles, aber auch alles, richtig gemacht haben. Die “fette 1000-Affen-100 000-Euro-Bande”. So nenne ich sie jetzt mal.

Nach 20 Jahren wird ein einziger Affe ürig geblieben sein. An der Börse. Und es ist der dicke Affe. Der Milliardär-Affe. Denn der hat alles richtig gemacht. Der hat richtig geil investiert und ist Multimillionär. Multimilliardär vielleicht sogar. Wir haben ja keine Grundgesamtheit, wir haben ja nicht gesagt, mit wie viel die spekuliert haben. Aber der ist Milliardär. So. Was wird passieren?

Spinnen wir das einfach mal weiter. Es wird Medieninteresse geben. Interviews. Storys. Dokumentationen über unseren dicken Affen und es werden sich Leute Fragen stellen. Was sind seine Erfolgsprinzipien. Liegt es vielleicht daran, dass er Bananen nur mit einem kleineren Winkel als 52° Krümmung isst? Oder sitzt er beim Pinkeln? Könnte es das sein? Oder vielleicht lässt er sich auch lausen mit der linken Hand und es könnte einen Zusammenhang haben mit seiner Partnerwahl. Oder er isst besonders viele Nüsse. Das könnte gut sein. Oder liegt es vielleicht daran, dass er sich eine Stunde pro Tag am Kopf kratzt? Oder dass er sich vielleicht sogar eine Stunde pro Tag am Kopf kratzt und dabei am Gitter nach unten hängt! Es muss irgendwas geben. Irgendein Rezept muss er doch haben! Es kann doch nicht sein, dass es so einfach ist?

Was soll das? Ja. Wir alle haben die Tendenz, Entscheidungen nur anhand der Ergebnisse zu beurteilen. Und dieser eine dicke Affe? Da muss es was geben. Der hat doch dieses unglaublich coole und richtige Ergebnis erzielt. Der muss bestimmt Bescheid wissen.

Tja. Das ist ein Fehler, den die Menschen als Tendenz haben. Nämlich nur die Entscheidung anhand der Ergebnisse zu beurteilen. Und der Fehler kann und kostet viel, vielleicht auch für dich und das möchte ich vermeiden, Lebensqualität. Das bedeutet nämlich, dass wenn du jetzt in einer Ecke sitzt und es dir nicht so gut geht und du das alles nicht so richtig gut findest, neigen die Leute dazu zu sagen: Och, er sitzt in der Ecke. Alles falsch gemacht.

Ein Blick zurück

Weiß man aber nicht. Bitte schau mal zurück. Wenn es dir jetzt nicht so richtig gut geht, möchte ich dich einladen, ja dafür begeistern, mal zurückzuschauen und zu sagen: Hey, wenn ich einfach mal alles weglasse, was ich jetzt weiß und meine Entscheidung von damals, 5 Jahre, 10 Jahre, 3 Monate, ganz egal, reflektiere auf Basis meines Wissens von damals, war das echt so eine schlechte Entscheidung? Vielleicht gar nicht. Vielleicht sind einfach hinterher Umstände – ja, ich weiß, ich sage immer die Umstände sind nicht dran schuld, du hast immer eine Wahl, hast du auch. Dennoch entwickelt sich das so wie es ist und du bist jetzt da und jetzt bist du wieder in der Lage, ein neues aktives Commitment – ich möchte noch einmal das Stichwort nennen – einzugehen und alles besser hinzukriegen. Und cooler. Und mit mehr Freude.

Aber wir sind beim Thema gute Entscheidungen und die Beurteilung von Entscheidungen. Vielleicht war also die Entscheidung damals – sagen wir mal vor 5 Jahren – eine gute Entscheidung. Und erst was du an Wissen hinzugewonnen hast, macht es jetzt im Ergebnis nicht gut. Vielleicht hätte es aber auch anders kommen können und das Ergebnis – du denkst jetzt bitte an den Affen und die Zufälle – ist jetzt zufällig das schlechte. Vielleicht würdest du in 999 der Fälle jetzt glücklich in Monte Carlo in deinem Boot sitzen, aber die eine einzige Wahrscheinlichkeit hat dazu geführt, dass du jetzt nicht in Monte Carlo auf dem Boot sitzt sondern woanders. Aber du hast wieder die Wahl. Das ist aber ein anderes Thema, ich möchte zurück zu den Entscheidungen.

Und jetzt kommt – wie ich finde – was Spannendes. Der Umkehrschluss funktioniert genauso. Nicht jeder, der gerade richtig, richtig erfolgreich ist, hat das alles richtig gemacht. Vielleicht ist es einfach nur ein dicker Affe. Und hier passieren zwei Sachen für mich. Beim dicken Affe würde ich niemals drauf kommen zu sagen: Auf den bin ich neidisch. Es ist halt Zufall, es ist ein Affe. Ja, vielleicht hat er Bananen gegessen mit einer Krümmung unter 52%. Keine Ahnung. Es ist aber auch egal. Ich wäre niemals neidisch. Warum bist du neidisch? Warum tendieren wir dazu neidisch zu sein, auf andere Leute, die Erfolg haben? Vielleicht ist es nur ein dicker Affe. Und die Idee, dass ich da nicht neidisch sein muss – Neid ist eine natürliche Emotion von Menschen – die hilft mir ein Stück weit. Ja.

Der Prozess zählt

Und jetzt kommen wir zu dem, was ich dir mitgeben möchte. Wenn es eine Sache gibt, die dieser Podcast dir mitgeben möchte, dann ist es dieses aktive Commitment. Genieß den Weg. Ordne nicht alles dem Ergebnis, dem Ziel unter. Sondern bleib ab und zu mal stehen, schau zurück und dann beurteilst du den Prozess. Und hör auf dich über diese Entscheidungen von vor 10 Jahren zu ärgern. Du kannst sie a) nicht mehr ändern und b) weißt du nie, wie es ausgegangen wäre, hättest du eine andere Entscheidung getroffen. Das kann man schlichtweg nicht sagen, weil es so viele Variablen gibt.

Lass mich dir ein anderes Beispiel nennen aus dem Buch, aus dem ich diese Information habe bzw. das mich dazu inspiriert hat. Und zwar wird da von Chirurgen gesprochen. Es gibt drei Chirurgen. A, B und C. Und der eine Chirurg hat bei fünf Operationen drei Patienten verloren, der zweite zwei und der dritte Chirurg hat keinen einzigen Patienten verloren. Alle Operationen sind durchgeführt worden. Was würdest du sagen, ist der beste Chirurg, der beste Arzt, der beste Menschenhelfer? C? Dann bist du wieder der Tendenz anheim gefallen, nur das Ergebnis zu sehen.

Keine Ahnung! Man kann es nicht sagen. Die Grundgesamtheit von fünf Operationen ist viel zu wenig, um irgendwas sagen zu können. Und außerdem ist das auch unethisch und nicht in Ordnung. Was müsste also passieren? Man müsste den Prozess, die Vorbereitung, die Grundausbildung, den Tageszustand, 1000 Sachen müsste man mit einbeziehen, um das wirklich beurteilen zu können. Und auch dann kann man es anhand von fünf Operationen nicht beurteilen, man braucht vielleicht 5000. Und erst dann kann man sagen, das ist der bessere oder der schlechtere Arzt. Und Beurteilungen sind ja in Ordnung, nur eben nicht allein aufgrund des Ergebnisses. So.

Und wenn du jetzt an irgendeiner Stelle sitzt und dir überlegst: In was für einer Situation bin ich denn jetzt? In was für einem Ergebnis? Beurteile es nicht nur an diesem Ergebnis, wo du jetzt gerade sitzt. In Monte Carlo kann es dir auch scheiße gehen und trotzdem kannst du alles falsch gemacht haben und da sitzen. Genieß diesen Prozess. Das ist immer meine Botschaft gewesen und es wird sie bleiben. Und denk halt dran, dass alles wirklich Zufall sein kann, ob du ein dicker Affe bist oder unter der Brücke sitzt.

Meine Botschaft an dich

Ja, natürlich, bevor du mir jetzt schreibst, es gibt noch tausend andere Dinge, die da reinspielen – Fleiß, Willenskraft, Motivation. Klar! Hab ich nicht abgesprochen. Sicher ist das ein Faktor. Aber dann bist du wieder beim Prozess. So.

Ich möchte, dass du einfach mitnimmst, dass deine jetzige Situation einfach ein Ergebnis ist, das jetzt so ist, wie es ist, dass du in Zukunft, wenn du deine Umwelt beurteilst, nicht immer nur auf das Ergebnis schaust und danach denkst: Was ist das für ein Mensch! Das ist es nämlich nicht immer.

Und dass du ansonsten committed bist und DEIN Ding machst. DEIN Ding, dein Prozess, dein Weg. Das wünsche ich mir für dich und dann bist du beim aktiven Commitment, was ich mir für mich wünsche, was ich versuche umzusetzen und hinzukriegen. Und für das ich dich auch motivieren möchte, dass du in die gleiche Richtung gehst. Das war es für diese 19. Episode. Wir hören uns nächste Woche wieder.