„Wenn mein Vater mir erlaubt hätte, aufs Gymnasium zu gehen, hätte ich jetzt meinen Traumberuf und wäre Ärztin.“ 

„Wenn meine Mutter mich nur mehr unterstützt hätte, bei meinem Singen, dann stünde ich jetzt auf der Bühne und wäre Popstar.“

Diese Zitate, die so oder so ähnlich oft zu hören sind, haben eine ganze Menge mit deinem Commitment zu tun. Mit der Frage, warum du nicht so lebst wie du es eigentlich möchtest.
Und was dies damit zu tun hat, was deine Eltern dir wirklich angetan haben, erfährst du in der aktuellen Episode. 
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Transkript der Episode

“Wenn mein Vater mir erlaubt hätte aufs Gymnasium zu gehen, hätte ich jetzt meinen Traumberuf und wäre Ärztin.”

“Wenn meine Mutter mich nur mehr unterstützt hätte bei meinem Singen, stünde ich jetzt auf der Bühne und wäre Popstar.”

Hallo zur Folge 14. Schön, dass ihr da seid. Heute geht es genau um sowas und dass diese Zitate, die so ähnlich oft zu hören sind, eine ganze Menge mit deinem und meinem Commitment zu tun haben und der Frage, warum du nicht – oder doch – so lebst, wie du es eigentlich möchtest.

In den letzten Wochen habe ich dir hoffentlich einige Impulse geben können, wie du neue Freunde finden kannst und wie du bestehende prüfen und wie du dein bester Freund wirst und wie du beste Freunde behandeln kannst.

Wie war denn deine letzte Woche? Warst du draußen? Du erinnerst dich? Du musst rausgehen! War in der letzten Woche ein – wie heißt das – Korb dabei, den du bekommen hast? Hey, das ist egal! Los! Noch mal!

Nimm mit mir Kontakt auf, wenn du jemanden brauchst, der dich da unterstützt. Geh raus, finde deine Freunde, finde Leute, mach was dir Spaß macht, wo du Bock drauf hast.

Das Thema Freunde. Vielleicht erinnerst du dich: Du suchst dir Freunde aus. Anders ist es beim Thema Familie. Die hast du dir nicht ausgesucht.

Was ist eine Familie?

Und da sind wir mittendrin im neuen Themenblock. Familie. Was ist eigentlich deine Familie? Wer gehört deiner Meinung nach zur Familie? Ich habe dir drei Statistiken versprochen: Hier nun eine, die mich doch sehr überrascht hat. Die Statistik ist aus 2015, wurde in Deutschland erhoben. Sie stellt die Frage: Wer gehört nach Ihrem/deinem Gefühl zur Familie?

Hier sind Kinder mit 70% ganz, ganz vorne. Der Ehepartner. Familie? Ehepartner? Nun gut. Ich lese erst einmal vor. Die Eltern mit 54%, Geschwister mit 43%, dann geht es weiter mit Enkeln, Großeltern, Onkel, Tante, Neffen, all das. Wer gehört zur Familie? Geschwister 43%? Gut es geht heute um deine Eltern, das siehst du ja am Titel, aber schon hier möchte ich auch auf die Geschwister hinweisen mit den 43%, die wir dann in der nächsten Folge thematisieren.

Nähern wir uns aber der Frage, was Familie eigentlich ist, über eine weitere Statistik. Die Statistik 2 aus dem Jahre 2012. Was verstehen Sie unter einer Familie? Und da sind die Anworten: Ein verheiratetes Paar mit Kindern, 97%. Das ist also eine Familie. Ein verheiratetes Paar? Ja, es wurde nach einem verheirateten Paar gefragt. Ein unverheiratetes Paar mit Kindern ist nur bei 71% der Leute eine Familie. Auch eine interessante Frage, führt aber sicherlich an dieser Stelle zu weit und das kann man vielleicht irgendwann mal besprechen, aber es ist schon komisch.

Dann an zweiter Stelle mit 82%, das ist das klassische Drei-Generationen-Modell. Großeltern, Eltern, Kinder. Ich würde mich irgendwo da positionieren, das hätte ich wohl gewählt. Und das gibt mir schon wieder zu denken, warum ich ein verheiratetes Paar mit Kindern alleine … Ja, doch. Ist vielleicht auch eine Familie.

Auf jeden Fall mit nur 58%: Alleinerziehende mit Kindern. Ist bei weniger Leuten eine Familie. Gut. Und dann gibt es bei 34% – und das finde ich spannend – ein verheiratetes Paar ohne Kinder. Ein unverheiratetes Paar ohne Kinder ist nur in 17% der Fälle für die Leute eine Familie. Ein verheiratetes Paar mit Kindern: 97%.

Weswegen erzähle ich dir das? Du merkst, dass ich mich so ganz, ganz langsam an das Thema von heute anschleiche: Eltern. Ich möchte aber hier nicht verschweigen, dass in der Statistik tatsächlich – ich bin da wohl einer Verschwörung auf der Spur – von Geschwistern überhaupt keine Rede ist. Von deinem Bruder, von deiner Schwester, Brüdern, Schwestern. Wie auch immer. Nun gut, ich glaube, das liegt an was anderem, mehr dazu später.

Der Einfluss deiner Eltern

Die Statistik 3 führt mich jetzt zum eigentlichen Thema der heutigen Folge, nämlich: Wer hat Ihre Entwicklung besonders stark beeinflusst? Das ist ein Umfrage aus 2016, also ganz aktuell. Es waren Mehrfachnennungen möglich, das ist ja auch wichtig. Und ja: Mutter: 48%; Vater: 39%; Großmutter oder -vater, also die Großeltern: 24%; gleichaltrige Freunde: 14%; und dann gleich auf Geschwister und Lehrer bei etwa 10%. Onkel, Tante, und so weiter: unter ferner liefen. Vater: 39%; Mutter: 48%.

Lass mich zwei Fragen stellen. Bist du Vater? Bist du Mutter? Ich schon, wie du weißt, und ich bin der Meinung, dass ich immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Wie sieht es bei dir aus?

“Wenn mein Vater mir erlaubt hätte aufs Gymnasium zu gehen, hätte ich jetzt meinen Traumberuf und wäre Ärztin.”

Also ich habe sicher richtig viele Fehler gemacht in der Erziehung. Wenn ich zurückdenke, hätte ich einiges anders tun können und wahrscheinlich auch sollen. Aber in den entsprechenden Situationen war es das Beste, was ich in dieser Situation tun konnte. Auch heute noch in der Retrospektive.

“Wenn meine Mutter mich nur mehr unterstützt hätte bei meinem Singen, stünde ich jetzt auf der Bühne und wäre Popstar.”

Klar sollten Eltern Kinder bestärken, Selbstbewusstsein geben, Kreativität fördern, hört sich alles immer gut an, habe ich auch immer versucht. Gibt es Dinge, die du deinen Eltern vorwirfst? Wo du böse auf deine Eltern bist? Ja, es gibt Menschen, Eltern, die ihre Kinder schlagen. Es gibt Eltern, die ihre Kinder vergewaltigen. Es gibt welche, die ihre Kinder töten. Es gibt eine Menge Eltern da draußen, von denen ich mir wünschen würde, dass sie keine Kinder hätten. Hin und wieder als Wunsch für die Kinder, die leiden müssen. Hin und wieder weil ich fraglich und teilweise tragisch finde, was da für Menschen heranwachsen. Na ja. Das beschäftigt und sagen Philosophen, die deutlich schlauer sind als ich, schon seit Jahrhunderten. Zurück zu dir, zurück zu dir.

Gibt es also Abzweigungen, Fahrbahnen, Sackgassen im Leben, wo deine Eltern hätten anders handeln sollen oder müssen?
“Hätte sich meine Mutter nur gegen Papa durchgesetzt, dann könnte ich jetzt …”
“Wäre Papa nur häufiger zu Hause gewesen, dann wäre bei mir heute …”
“Ich hatte immer Angst, wenn die beiden sich streiten.”
“Mir war immer peinlich, wenn die beiden mit über Fünfzig sich noch Händchen haltend und küssend in der Öffentlichkeit zeigten.”

Und so weiter, und so weiter.

Wie sind deine Erfahrungen? Kannst du dich in die Lage hineinversetzen? Popstar, Ärztin, was auch immer? Wo deine Eltern dir Wege verbaut haben, anders hätten handeln müssen? Wie sehen da deine Gedanken aus? Was stand noch mal in der Überschrift: Was deine Eltern dir wirklich angetan haben …

“Wenn mein Vater mir erlaubt hätte aufs Gymnasium zu gehen, hätte ich jetzt meinen Traumberuf und wäre Ärztin.”

Wer bin ich? Wer bist du? Dass wir uns anmaßen dürfen, über unsere Eltern in der Form zu urteilen? Erinnerst du dich, wie ich dir weiter vorne berichtet habe über meinen Erziehungsansatz? Ich habe in vielen Situationen so gehandelt, wie es mir das Beste erschien. Wer bin ich, wer bist du, dass wir das unseren Eltern absprechen dürfen?

“Ich darf das nicht.“ Was für ein cooles Alibi. “Wenn mein Vater mir erlaubt hätte aufs Gymnasium zu gehen, hätte ich jetzt meinen Traumberuf und wäre Ärztin.”

In der fünften Klasse aufs Gymnasium. Zack, Abitur. Zack, gefeierte Herzchirurgin. Merkst du was? Ja.

Jetzt bist du dran.

Und jetzt? Nimm bitte in die nächsten Minuten, wenn du ausgeschaltet hast, folgende Bitte und Anregung mit: Lass den Gedanken zu, dass deine Eltern in bestimmten Situationen bestmöglich gehandelt haben. Es ist eine Sache, an die ich früher gar nicht glauben konnte, die ich mir überhaupt nicht vorstellen konnte. Das musste doch alles besser gehen. Viel, viel einfacher, viel schlauer … Nee. Lass den Gedanken zu, dass deine Eltern in bestimmten Situationen bestmöglich gehandelt haben. Besser war es in der ganz bestimmten Situation …? Es war ihnen ganz einfach in diesem Moment nicht möglich, anders zu handeln. Warum auch immer ist vollkommen egal. Lass den Gedanken einfach mal zu.

Und beim zweiten – ich benutze das Wort “verzeihen” jetzt gleich ganz bewusst nicht, weil es für mich etwas damit zu tun hat, sich über Menschen zu stellen. Verzeihen kann nur, wer übergeordnet ist und ich möchte und darf mich nicht über die Menschen stellen, die mir das Leben geschenkt haben. Das möchte ich nicht. Deswegen, mach deinen Frieden mit Mama und Papa. Umarme sie einfach in Gedanken und sage: Alles ist gut. Nein, ich werde jetzt nicht zum Esotherikpapst, aber in diesem Fall ist es einfach gut. Vielleicht rufst du auch einfach an und sagst hallo. Oder du fährst einfach hin und machst das mit der Umarmung in echt.

Geschnallt? Deine Eltern haben dir nichts angetan. Nichts, nichts, nichts, nichts, nichts. Sie haben es ganz einfach nicht besser gewusst in dem Moment. Noch mal: “Wenn meine Mutter mich nur mehr unterstützt hätte bei meinem Singen, stünde ich jetzt auf der Bühne und wäre Popstar.”

Na klar. Und heute? Deine Mutter hindert dich immer noch. Oder? Nicht? Kein Festbinden, kein Anruf, wo sie dir sagt, dass das nicht funktioniert, dass du den Termin absagen musst? Auf was wartest du? Es gab auf dieser Welt noch nie mehr Bühnen als heute. Hau rein! Werde Popstar! Und ich meine das ernst. Wenn ich dir helfen darf, Popstar zu sein, lass es mich wissen. Wenn du das alles anders siehst, als ich es jetzt beschrieben habe, lass es mich wissen. Schreib mir in den Kommentaren oder via Mail oder was auch immer dir geeignet erscheint, wie deine Meinung dazu aussieht. Was du dazu erlebst, was du dazu denkst, und was so passiert.

In der nächsten Woche sprechen wir über die in den Statistiken verschwundenen Geschwister und was das mit deinem Bemühen zu tun hat, deine Fesseln zu sprengen und so zu leben, wie du es eigentlich möchtest.

Mach DEIN Ding! Egal, ob Ärztin oder Popstar. Und be-committed. Bis nächste Woche!