Der Titel heute ist ein wenig provokativ. – Ist es so einfach neue Freunde zu finden?

Heute erfährst du, warum die Antwort „Ja“ lautet. Für einige Menschen, die das Problem offenbar nicht haben. Denn eigentlich ist die Antwort oft „Nein“. Es ist je nach Veranlagung sogar sehr schwer.

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Bild: (c) stockunlimited

Transkript

Hey, zum dritten Teil des Themas “Soziales Umfeld und Freunde”. Schön, dass du da bist. Die Überschrift heißt heute: Neue Freunde finden – ist das wirklich so einfach?

Ja. Der Titel ist heute ein wenig provokativ. Ist es so einfach? Ja! Und … naja, eigentlich ist die Antwort Nein. Es ist je nach Veranlagung, nach deiner Veranlagung, sauschwer. Zumindest habe ich das so empfunden. In Episode 12 haben wir über den oder die besten Freunde gesprochen. Die Feuerwehrfreunde, die Sprungtuchfreunde. Was Menschen davon erwarten, wir haben Aristoteles zugehört und den Faktoren was dazugehört. Und du hast dich gefragt, ob du dein bester Freund sein möchtest. Das war im Grunde der Tenor des ganzen Beitrags. Möchtest du dein Freund sein und möchtest du deinem besten Freund das geben, was du von ihm erwartest? Und dann wird das funktionieren.

In der Episode 11 ging es um Freunde und Bekannte, die ein Level davor angesiedelt waren. Oder zwei. Je nachdem, ob man Aristoteles glaubt oder nicht. Das heißt, das sind die Freunde, die sich primär daraus zusammensetzen, aus einer gemeinsamen Aktivität – Fußballspielen hatten wir als Beispiel – und einem Ziel – Weltherrschaft erlangen. In was auch immer.

Das war der Inhalt der letzten beiden Episoden und die Grundfrage war ja, warum Menschen sich nicht wohlfühlen, was sie abhält, ein Leben zu führen, das sie echt cool finden. Und der Bereich Freundschaft ist halt ein ganz, ganz wichtiger.

Wo drückt der Schuh?

Du weißt, dass ich zu Beginn meines Coachings immer ermittle, wo der Schuh drückt. Was nervt dich am meisten? Und was hält dich davon ab, das Leben so zu führen, wie du es eigentlich möchtest? Und dann gehen wir die 5 Bereiche durch, die ich für den be-committed-Index identifiziert habe, und dann kommt der Bereich soziales Umfeld und dann kommt: Freunde. Bääm!

Ich kam nicht dazu mir Gedanken um die Inhalte Episode 11 und 12 zu machen, weil ich von dem Coachee folgende Antwort bekam: “Ich sehne mich nach Freunden, aber ich finde keine. Und wenn ich einen Menschen mag und wir in Kontakt kommen, dann ist der nach drei Wochen wieder weg. Das ist so frustrierend und ich habe gar keine Lust mehr zu suchen oder neu zu probieren.”

Und deswegen gibt es diesen dritten Teil und deswegen mache ich mir da Gedanken drüber, wie man loslegen kann. Klar, es gibt kein Patentrezept. Ich kann jetzt auch kein Kochbuch “Wie finde ich einen Freund” aus dem Ärmel schütteln. Weil es um Menschen geht. Und die sind nunmal verschieden. Ja. Und das ist auch gut so.

Aber es gibt einen Ablauf, den ich dir empfehlen möchte, der funktioniert. Meistens. Eigentlich immer, wenn man den Punkt 2 – und da komme ich gleich drauf – nicht einfach vergisst.

Der erste Schritt

Überleg dir, wen du suchst und wo du beginnen kannst.

Hä? Wen? Ja, genau. Wen! Das hört man jetzt nicht so häufig, wenn du im Internet suchst, aber das ist aus meiner Sicht ein richtig, richtig wichtiger Faktor. Schreib dir mal einfach auf, was du von so einer Freundschaft erwartest. Wenn du mehrere Arten von Freunden möchtest – Freizeit, Emotion, Film gucken, was auch immer –, dann schreib dir mehrere Wunschfreunde auf. Warum? Zum einen, weiß dein Unterbewusstsein Bescheid. Da kann man sich jetzt drüber streiten, ob das Sinn ergibt oder nicht. Ich bin da ganz sicher. Es weiß Bescheid und wird Ausschau nach solchen Leuten halten und dich dahin führen. Und zum anderen ist es für dich wichtig. Du bist befreit von diesem sehr diffusen: Ich will Freunde finden! Was soll denn das bedeuten? Freunde finden. Wenn du dir das aufschreibst, was du genau finden möchtest, ist es für dich viel, viel einfacher, auch in die Richtung zu gehen. Und da sind wir wieder beim Unterbewusstsein. Aber das lassen wir jetzt außen vor. Denn um das zu machen, kannst du dir Orte suchen. Ja, Orte. Und Ideen. Und die kannst du sammeln.

Du erinnerst dich – ich habe es eben schonmal gesagt – an die zwei Stufen der Freundschaft nach Aristoteles? Leute mit einem gemeinsamen Anliegen, Leute mit einem gemeinsamen Tätigkeitsumfeld. Also, was bedeutet das jetzt? Wo könntest du diese Leute finden?

Beim Sport. Ja. Melde dich in einem Fitnessstudio an. Vielleicht kannst du dann direkt – ich gucke gerade auf meinen Bauch runter – was für die Figur tun.

Tiere. Kauf dir einen Hund! “Ja, ich will keinen Hund, ich hab die Verantwortung, ich möchte das nicht.” Das verstehe ich, ist okay. Aber das ist keine Ausrede. Geh zum Tierheim und mach Gassi-Service. Du wirst beim Ausführen von Hunden automatisch ins Gespräch kommen. Wenn du Katzen magst, geh auf eine Rasseausstellung für Katzen. Da sind Leute, die Katzen haben. Ihr werdet sicherlich was finden, worüber ihr sprechen könnt. Da sind Leute, die Katzen mögen.

Oder guck dich mal auf deiner Arbeit um. Ja, ich weiß, alles nur Vollidioten! Nein! Nicht unbedingt. Gibt es da Freizeitaktivitäten? Eine AG, Theater spielen. Was ist mit deinen Nachbarn? Hast du Kinder? Kinder sind … wie das eben mit den Hunden. Geh auf den Spielplatz, da wirst du Mütter finden. Und wenn du jetzt einen Anknüpfungspunkt findest: nutze ihn! Mach was Verrücktes und schlag zwei Fliegen mit einer Klappe. Du hast Bock auf Kite-Surfen, Ikebana, Mandarin sprechen lernen? Oder einen Bogen basteln? Das macht übrigens richtig fett Spaß, ich habe das gemacht. Oder mach einen VHS-Kurs in Schreiben oder Ausdruckstanz. Melde dich zu sowas an. Da sind die Leute, die du kennenlernen möchtest. Und wir sind hier beim Kennenlernen und nicht beim Ausheulen. Aber da komme ich gleich nochmal dazu.

Was ist mit Facebook? Ja. Meinetwegen auch Facebook. Schreib Leute an, aber immer in Bezug auf Schritt 2, der gleich kommt. Halt ihn in Bedacht. Okay, Facebook, aber so richtig cool ist das nicht.

Helfe! Mach was Freiwilliges. Ehrenamtliche Arbeit. Pro Bono. Da findest du Leute.

Musik? Klar! Mach einen Schlagzeugkurs. Meinetwegen geh auch zum Speeddating. Doch, das geht. Oder mach eine Single-Reise. “Ich doch nicht, ich brauch das nicht!” Doch! Brauchst du vielleicht! Und das ist auch überhaupt kein Problem, denn es geht darum, dass du glücklich wirst. Und dass du lebst. Und dass du Freunde hast. Du kannst sogar, wenn du möchtest, in eine WG ziehen. Auch das ist ein bisschen Aufwand. Ich möchte nur einfach aufzeigen – und vielleicht erinnerst du dich an eine der ersten Folgen – du hast das alles gewählt, wie es ist. Das waren nicht die Umstände, du hast das gewählt. Und das kannst du jetzt auch wieder abwählen. Such dir einfach irgend was aus. Und dann Schritt 2. Tadatadaaaaa!

Krieg deinen Arsch hoch!

Ja, das ist Umgangssprache. Ich sage es dennoch noch einmal: Krieg deinen Arsch hoch und geh hin! Vor deinem TV wirst du keinen Freund finden. Nicht einmal unter der PC-Tastatur.

Hör auf mit dem weiteren Blabla: Du bist introvertiert … Klar! Bin ich auch. Ich habe eben gesagt, ich weiß, wie schwierig es ist. Übe!
Ach, das geht nicht …
Doch, das geht!

Wenn du bei Punkt 1 gut genug nachgedacht hast, dann wirst du etwas gefunden haben, das dir Spaß macht. Wo du Bock drauf hast. Wo du im Flow bist. Wo du in deinem Element bist.

Als Beispiel: Denk mal einfach drüber nach. Steck einfach mal fünf sich vollkommen unbekannte Kinder in einen Sandkasten und lass sie alleine. 15 Minuten. Danach hast du vermutlich fünf neue beste Freunde und eine fette Party. Da geht das auch. Ja, ich weiß, wir sind nicht sieben Jahr alt und im Sandkasten. Warum eigentlich nicht?

Geh einfach hin! Geh raus!

Du bist unsicher? Ich hatte ja von der Challenge berichtet, die ich mitmachen darf. Und da habe ich mal von Mischa Miltenberger einen echt coolen Satz gelesen. Ob er von ihm ist, weiß ich nicht, ich sag mal einfach, dass er von ihm ist, wenn er ihn irgendwo abgeschrieben hat, ist er nichtsdestotrotz nicht weniger gut. Er ist super. Danke, Mischa.

“Mut ist Angst plus einem einzigen, kleinen Schritt.”

Ja, und das ist es! Geh raus und krieg den Arsch hoch!

Wenn es sein muss, kauf dir ein Buch “Small Talk für Dummies”. Small Talk ist blöd? Nein, ist nicht blöd. Du möchtest Freunde finden und genau das ist der Weg. Ich fasse den gesamten zweiten Punkt – und der war richtig kurz – noch einmal zusammen: Geh raus!

Du hast im Punkt 1 beschrieben, was du machen könntest. Der Schritt 2 ist: Mach es! Am besten jetzt! Am besten nimmst du jetzt den Telefonhörer – mach einfach die Folge aus – und ruf bei der VHS an und erkundige dich nach Ikebana-Kursen. Oder im Internet kannst du auch gucken. Und danach gehst du bitte nicht auf Facebook, sondern zum Ikebana-Kurs. Oder zum Schlagzeugkurs. Oder fang an mit Kite-Surfen. Was auch immer.

Und dann kommt schon der dritte Schritt. Ich fasse den zweiten Schritt noch einmal zusammen: Geh raus! Und der Schritt 3 ist jetzt auch nicht so schwer. Zumindest nicht schwer zu verstehen. Aber er ist schwer umzusetzen. Sei du selbst! Du bist cool! Hör auf, dich zu verstellen. Sei authentisch. Wenn dir der Typ, so wie du bist, eine Abfuhr erteilt, scheiß der Hund drauf!

Kommt dir das irgendwie bekannt vor? Episode 011. Ja, genau. Stimmt. Sei du selbst!

Alles andere kann nicht funktionieren. Alles andere verstellt dich, alles andere macht dir ein schlechtes Bauchgefühl. Das brauchst du nicht. Du willst ein gutes Bauchgefühl haben. Also sei du selbst!

Sei in der Freundschaft, in der Anbahnung, sei so, wie du selber sein möchtest, wie du selber behandelt werden möchtest. Frage dich, ob du – schon wieder ein guter Bezug zu Folge 012, ich hab es heute echt drauf – ob du dein Freund sein möchtest. Hab bitte echtes Interesse für dein Gegenüber. Nicht heucheln. Frag nach! Und wenn dich was stört, dann sag es auch direkt. Sei du selbst, hab echtes Interesse. Hör dem anderen zu. Wenn du einen Redeanteil von 90% hast, stimmt da irgendwas nicht. Merk dir Dinge über dein Gegenüber. Name vom Hund, von der Katze, Geburtstag, was er nicht mag, Essen, Trinken, sowas. Achte darauf. Und achte auch auf deine Geben-und-Nehmen-Bilanz. Wenn dich dein neuer Freund fragt, ob du ihm 500 Euro leihen kannst, weil der jetzt dringend was braucht – Nein! Das ist nach zwei Wochen nicht notwendig.

Neue Freunde nicht überfordern.

So und jetzt kommt ein dritter Punkt zu diesem Schritt 3, der sich etwas böse anhört, aber es ist der Knackpunkt in vielen, vielen Bereichen beim Menschen, bei mir, bei ihr, bei dir vielleicht, wo es immer dran scheitert. Du erinnerst dich vielleicht, zu Beginn der Episode habe ich von meinem Klienten gesprochen, der sagte: Ich hab schon gar keinen Bock mehr rauszugehen und das zu versuchen, weil wenn da ein Freund da ist, ist er nach drei Wochen weg. Das möchte ich dir direkt so auf den Weg geben: Geh deinem Freund nicht auf den Sack! Ja, auch das ist wieder umgangssprachlich, aber hier ist es angebracht. Geh ihm nicht auf den Sack mit übertriebenen Vorstellungen. Das geht einfach nicht nach zwei Treffen und drei Wochen. Ausnahmen bestätitgen die Regel, man hört immer wieder, dass man einen Menschen gefunden hat, von dem man glaubt, dass man ihn jahrelang kennt. Ja, aber ihr kennt euch im Normalfall nicht jahrelang. Gib deinem Gegenüber Zeit. Und er oder sie kann jetzt auch nicht wissen, dass du gerade auf Entdeckungsreise bist oder Erkundigungstour und jetzt dir so sehnlichst einen Freund wünschst. Das kannst du dir ruhig eingestehen. Das habe ich auch gemacht. Man wünscht sich sehnlichst einen Menschen, mit dem man sprechen kann, den man “hat”.

Also. Laber ihn nicht voll mit deinen Problemen. Das will und braucht er in dem Stadium nicht. Das will in dem Moment auch keiner hören. Das ist erst der Feuerwehrfreund, nach einer Zeit, wenn sich das gefestigt hat. Außerdem stellst du dich damit wieder in den Vordergrund, wenn du ihm die ganze Zeit erzählst, wie schlimm es dir geht, wie schlecht es dir geht, die Vergangenheit ist alles blöd, du hast nie Freunde gefunden …. Ja, ist ja auch klar, du laberst ihn voll.

Entschuldige bitte, dass ich das so hart und direkt sage, aber es ist echt ein wichtiger Punkt. Du stellst dich damit in den Vordergrund. Geben-und-Nehmen-Bilanz. Du erinnerst dich von eben.

Und sei bespielsweise auch nicht beleidigt. Unterstell ihm keine bösen Sachen. Oder ihr. Wenn er zum Beispiel ein Treffen absagt. So what!? Damit signalisiert er dir nicht, dass er von dir nie mehr was wissen möchte. Nein. Es ist für ihn in dem Moment einfach nicht wichtig. Und das ist auch ganz normal. Er kann nicht sehen, wie wichtig er im Moment für dich ist. Er hat vielleicht einfach keine Zeit oder er möchte im Moment nicht Kite-Surfen oder zu einer Katzenausstellung gehen. Es ist vollkommen normal. Das darfst und das musst du dir auch rausnehmen.

Puh. Das war es mit den drei Punkten. Fast. Da ist noch ein vierter Punkt.

Das funzt immer und immer und immer und immer wieder. Geh raus! Ja, Schritt 2, ich weiß, den hatte ich schon mal. Wenn du das ganze Ding nur einmal machst, ist es komplett sinnlos. Dann hast du nämlich genau die Situation, die ich ganz am Anfang beschrieben habe.

Okay. Fassen wir die Gedanken kurz zusammen. Was kannst du tun?

1. Schritt: Überlege dir wo du die Leute findest und was man da machen kann.
2. Schritt: Geh raus! Krieg deinen Arsch hoch!
3. Schritt: Überfordere weder dich noch den anderen.

Bitte schreib mir, was passiert ist. Wenn du Lust drauf hast, ein wenig das Rausgehen zu üben, schreib mir einfach. Ich kenne das Problem verdammt gut und hatte auch lange Probleme damit. Ich möchte, dass du Freunde findest. Dass du mit Spaß mit den Leuten zusammen bist und dass ihr einfach coole Sachen macht und ihr eine coole Zeit miteinander verbringt. Das ist doch das, worum es geht.

Gut. Das war der Abschluss der kleinen Serie zum Thema Freundschaft. In der nächten Woche machen wir natürlich weiter im Bereich Soziales Umfeld und dann sprechen wir über die Familie.

Das war der Markus.
Mach du DEIN Ding. Und be committed.