Du hörst, warum Aristoteles für dich und deine Lebensqualität eine fette Rolle spielt, und welche Frage du dir stellen solltest.

Und was dies mit deinen besten Freunden zu tun hat.

[smart_track_player url=“http://rccom.podcaster.de/download/be-committed-on-air-012.mp3″ title=“Die NoBrainer-Frage für beste Freunde“ artist=“BE COMMITTED! ON AIR“ social=“true“ social_twitter=“true“ social_facebook=“true“ social_gplus=“true“ social_linkedin=“true“ social_pinterest=“true“ social_email=“true“ ]

 

Transkript Episode 012

Hallo von der schönen Insel Texel. Hier bin ich gerade mit meiner Frau und mit Freunden unterwegs. Das ist eine tolle Einleitung zum Thema Freundschaft. Heute erfährst du nämlich, warum Aristoteles für dich und eine Lebensqualität eine echt fette Rolle spielt. Und was das mit deinen besten Freunden zu tun hat.

Letzte Woche habe ich dir drei Fragen gestellt, anhand derer du deine Bekannten und Freunde überprüfen konntest und kannst. Was ist passiert? Hast du da was rausgefunden? Das kannst du mir vielleicht einfach in den Kommentaren schreiben oder einfach per Mail schicken. Es würde mich wirklich interessieren. Und – deswegen erzähle ich das – dabei ging es ja um Bekannte und Freunde im nicht ganz so engen Sinne. Ich habe dir berichtet von Notfallfreunden, von Feuerlöschern, von einem Sprungtuch, was aus meiner Sicht beste Freunde sind.

Vielleicht weißt du, dass ich im Moment zusammen mit Katja eine Challenge am Laufen habe und dabei geht es darum, eigene Komfortzonen zu finden und diese zu überschreiten und – das ist gar nicht so wichtig und ich kann dich jetzt gar nicht dafür werben, denn die Challenge läuft schon und du kommst gar nicht mehr rein, keiner kommt mehr rein – die Challenge-Aufgabe 7 war: Sage drei Menschen Danke. Und es gibt drei Menschen, von denen ich sagen würde, das ist mein Freund – mein echter Freund, so ein Notfallfreund, ein Sprungtuch, ein Feuerwehrmann – und einer davon ist bei der Challenge dabei und hat mir Danke gesagt. Natürlich weil ich vermutlich so ein unglaublich toller Hecht bin oder … Auf jeden Fall hat es mich sehr gefreut und es hat mich dazu veranlasst, etwas zu suchen und darüber nachzudenken, warum ich das in diesem Fall genauso empfinde.

Beste Freunde nach Aristoteles

Und damit sind wir auch schon bei dem alten Griechen Aristoteles. Es gibt drei Arten von Freunden, sagt er. Das sind zum einen – der erste Typus – Menschen, die sind befreundet, weil sie von einem gemeinsamen Vergnügen, so bezeichnet er das, angetrieben sind. Das heißt, die Motivation besteht darin, gemeinsam Freude und Spaß zu Teilen. Zum Beispiel Wanderfreunde, Leute, die miteinander Fußball spielen oder Skat. Was auch immer.

Dann gibt es den zweiten Typus. Das sind Freundschaften zwischen zwei Menschen, die ein geteiltes Interesse an einem – er beschreibt es als Freundschaftsverbund – haben und die dieses Interesse ausleben. Also als Motivation für diese Freundschaft gibt es das gemeinsame Interesse an etwas, das einem miteinander Freude bereitet. Zum Beispiel in einer Partei: ein gemeinsames Interesse, das man vorantreiben kann. Oder ein Bastelkurs. Man hat das Interesse, irgend etwas zu tun, fertig zu stellen. Das ist am Ende das gemeinsame Interesse, das auf ein Ziel zugeht. Und deshalb ist man befreundet.

Und vielleicht erinnert ihr euch an die letzte Woche. Das ist genau das, worum es ein bisschen ging. Nämlich, dass das Problem darin besteht, dass wenn sich das Interesse oder das Hobby ändert, dann irgend etwas am Gleichgewicht nicht stimmt, dann ändert sich sehr schnell auch diese – ich möchte es fast gar nicht sagen – diese Partnerschaft, Freundschaft. Das gilt es zu überprüfen.

Anders ist es aber bei diesem Typ 3, den Aristoteles beschreibt und den ich euch jetzt näherbringen möchte. Und deswegen zitiere ich ihn auch gleich, da sieht es nämlich ein bisschen anders aus: “Wahre Freundschaft” – auch das sagt er schon – “können nur jene Menschen leben, die gut sind und sich in ihrer Tugendhaftigkeit stark ähneln.”

Seiner Begründung nach – Aristoteles‘ Begründung nach – wünschen sich diese Freunde auch gleichmäßig Gutes füreinander. Bedingungslos. Ohne etwas für sich selbst rausziehen zu wollen. Also jemand, der seinem Freund, der Freundin und um seiner selbst Willen Gutes wünscht. Nicht, um irgendetwas zu bekommen. Nicht aus irgend einem Hintergrund. Einfach, weil der Gegenüber das verdient. Und deswegen überdauert diese Haltung auch die anderen beiden Typen 1 und 2. Da sie für Beständigkeit, Glaubwürdigkeit und tiefes Vertrauen sorgen.

Was bedeutet das? Soweit der alte Grieche. Begeben wir uns mal ganz kurz auf … hast du schon jemanden im Kopf? Hast du schon Leute, von denen du einfach im Kopf hast: Ja, die verdienen es, ich möchte, dass es denen gut geht.

Freundschaftsfaktoren

Was schätzen Menschen an Freundschaft? Ich habe mal nach ein paar Statistiken gesucht, habe eine aus dem Jahr 2013 gefunden, in der Menschen gefragt wurden: Was erwarten Sie von einer Freundschaft? Was ist Ihnen an einer echten Freundschaft ganz besonders wichtig. Da sagten 88%, dass man sich aufeinander verlassen kann, wenn man Hilfe braucht. 88%. Hilfe.

Und bitte vergiss nicht. Es geht darum – der Podcast – wir unterhalten uns darüber, dass man das Gefühl haben kann, irgend etwas stimmt nicht und das Leben soll cool sein. Du sollst das Leben genießen können. Und wenn man Menschen hat, auf die man sich verlassen kann, und zwar bedingunglos – da komme ich gleich noch einmal drauf zurück, das macht das Leben einfach besser und lustiger. Spaßiger. Und damit lebenswerter. Thema Lebensfreude und Lebensqualität.

88%, dass man sich aufeinander verlassen kann, wenn man Hilfe braucht. Immerhin noch 79% haben gesagt, dass man sich immer um Rat fragen kann. 77%, dass man ehrlich zueinander ist, sich offen die Meinung sagen kann. Und 73%, dass man über alles reden kann. Dann geht es natürlich noch weiter, aber ich nenne mal nur die Angaben, die über 70% sind und die offensichtlich für die allermeisten Menschen echt wichtig sind. Und ich komme noch mal auf die 88% zurück, dass man sich aufeinander verlassen kann, wenn man Hilfe braucht. Überleg mal, auf wen du da setzen kannst, an wen du da denkst.

Gehen wir mal die Liste weiter runter. Hier passiert nämlich was Spannendes. Es sagen nur 18%, dass man sich häufig sieht, und nur 20%, dass man viel zusammen unternimmt. Und 22% nur, dass man die gleichen Interessen hat. Es scheint also, dass dieser Typus 3, von dem ich eben gesprochen habe bzw. den Aristoteles ja in den Ring geworfen hat, tatsächlich gar nicht so viel mit Interessen, Zeit und gemeinsamen Unternehmungen zu tun hat. Es ist halt eine ganz andere Basis.

Das finde ich persönlich sehr interessant und die Frage, die dann aufkommt, lautet: “Warum ist das mit den Freunden so anders?”

Wenn man über die Phasen 1 und 2 hinaus ist, warum ist das dann so anders? Es ist dann so eine eigene Situation. Und es scheint daran zu liegen, dass Freundschaften deswegen stabiler und dauerhafter sind, weil sie weniger “neurotisch” sind als jede andere persönliche Beziehung. Und das wiederum ist dann wieder einleuchtend, weil ein Feuerwehrfreund, ein Sprungtuchfreund – wie auch immer wir das bezeichnen wollen – unterliegt der eigenen Wahl. Ich konnte das auswählen, du kannst das auswählen – alle können das auswählen. Es ist ein bisschen anders als zum Beispiel bei verwandtschaftlichen Bindungen. Die kannst du dir nicht aussuchen. Da kann man sicherlich drüber streiten, das können wir dann in Episode 314 tun, denn dann werden wir sicherlich in diese Richtung kommen. Oder bei erotischen, partnerschaftlichen Bindungen hat auch die Natur ein Stück weit mitzureden. Das gleich gilt auch für Kinder. Das suchst du dir nicht aus.

Das einzige, was du dir aussuchen kannst, sind deine Freunde. Und hier ist jetzt die Tücke: Das können die andersrum genauso machen. Die suchen sich dich aus.

Was bedeutet das für dich?

Viele Informationen – und beim Skripten dieses Podcasts habe ich an viele Leute gedacht und vielleicht ging es dir genauso. Dass du jetzt beim Zuhören an ein, zwei oder vier Menschen denkst und sie vor deinem geistigen Auge siehst. Und das ist auch gut so.

Und jetzt? Was ist in dem ganzen Quatsch, den ich erzählt habe, für dich drin? Ich kann schonmal sagen, dass wir in der nächsten Woche die kleine Serie zum Thema Freundschaft abschließen, nämlich mit dem Thema: Wie du Freunde finden kannst. Oder was für Gründe dagegen sprechen oder was dich vielleicht dabei behindert. Und da sind wir dann wieder bei den Typen 1 und 2. Das kann nämlich ein guter Anfang sein. Ein richtig guter Anfang: gleiche Interessen. Und daraus können Freundschaften erwachsen. Aber ich möchte noch einmal auf das zurückkommen, was dich angepackt hat, als du darüber nachgedacht hast: Wer ist dein bester Freund?

Mein Ziel war es heute, dich genau an die Menschen zu erinnern. Dich auf die Fährte von echten Freunden zu bringen und dich zu animieren, all das, was ich besprochen habe – man muss nicht viel Zeit miteinander verbringen, aber man muss sich auskotzen können, man muss mal einfach um Rat fragen können und das wertfrei und ohne Bedingungen beim Anderen – dich davon inspirieren zu lassen und da einfach mal an Menschen zu denken und auf sie zuzugehen.

Denn – und jetzt wird es sogar ein wenig kitschig – lass dich von diesen Menschen inspirieren, lass dich aufbauen, lache mit ihnen, weine zusammen mit ihnen. Lebe es einfach. Freu dich daran, dass es so ist, wie es eben ist. Wie gesagt. Kitschig. Scheiß drauf! Lass nicht zu, dass du diesen wichtigen Bereich vernachlässigst. Weil das ist so so unglaublich wichtig. Weil nur du weißt, was du dir von deinen Freunden wünschst. Fordere es ein und gib es!

Und deshalb gibt es jetzt auch keine Checklisten, keine Action Steps. Nur einen einzigen NoBrainer – da sind wir beim Titel der Sendung – der für dich, für deinen Feuerwehrfreund, für dein Sprungtuch entscheidend ist: Möchtest du dein Freund sein? Möchtest du dein Freund sein?

Ich bitte dich: Identifiziere die Leute, bei denen du nicht nachdenken musst, ob du ihnen vertraust. Bei denen es einfach so ist. Bei denen du dich so fühlst, wie du bist und auch einfach so sein kannst, wie du bist. Dich nicht verstellen musst. Da haben wir letzte Woche drüber gesprochen. Auf die du dich einfach verlassen kannst. Und dann arbeite an dieser Freundschaft. Schenk ihnen Zeit.

Vielleicht gleich jetzt, wenn die Musik dieses Podcasts aufgehört hat. Machst du das? Vergiss den ganzen Quatsch, was ich eben erzählt habe. Diese ganzen Argumente, was Freundschaft ausmacht, was ein richtiger Freund ist. Mach nur eins: Arbeite an dieser Freundschaft. Schenk den Leuten Zeit, frage sie, wie es ihnen geht. Und dann genieße, dass du diese Freundschaft hast. Gleich jetzt, wenn die Musik aufhört. Machst du das?

Mach DEIN Ding und du weißt, was dein Ding für diese Woche ist. Bleib committed!

Dein Markus