Kennst du das Gefühl der Angst, von dem du nicht einmal sagen kannst, woher es kommt? Was könnte es ausgelöst haben? Und vor allem, wie werde ich das Gefühl wieder los? Wie kann ich die Angst bewältigen?

Heute beschäftigen wir uns mit einer Zutat, die für ein Angstgefühl vorhanden sein muss. Und wir besprechen, wie du einen anderen Blick auf die Dinge richten kannst, wenn du diesen „Trick“ deiner Angst durchschaust.

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Einmal Transkript bitte:

Hallo zur Episode 009.

Heute gehe ich mit dir gemeinsam auf die Suche nach dem Markus, der Angst hat. Wir werden ihn nicht entdecken – das kann ich vorweg nehmen – und wir werden so einen echt miesen Trick der Angst entlarven. Und wenn du ihn durchschaut hast, wird es dir helfen. Mir hat es geholfen, die Angst besser in den Griff zu bekommen.

Letzte Woche – du erinnerst dich bestimmt – haben wir über Cicero gesprochen. Über den Ausspruch “Ich weiß, dass ich nichts weiß.” 106 Jahre vor Christus zum ersten Mal erwähnt. Und darüber, wie leicht es ist, einfach mal zuzugeben, dass man nichts weiß. Dass man gar nichts weiß. Und auch nichts wissen muss. Und das bedingt auch dass andere, die einem vermeintlich so viel Wichtiges und Richtiges sagen, auch nichts wissen. Und das befreit. Es gibt einem ein erleichterndes Gefühl. Und genau das wollte ich vermitteln. Und was mir so richtig hilft.

Darauf gab es viel Feedback und das ist toll. Ich freue mich über Feedback, darüber dass Feedback kommt und das zeigt mir, dass die Leute zuhören und dass sie sich mit dem beschäftigen, was ich sage. Einige Fragen gingen in die Richtung: “Hey, das Thema kannst du doch locker auch auf 45 Minuten ausdehnen. Warum machst du das nicht?”

Warum so kurz?

Ja klar, kann ich das. Aber meine Idee für den Podcast ist es, kleine Hinweise zu geben. Ich möchte dich motivieren, dass du selbst über das Thema nachdenkst und das für dich klar machst. Ich möchte Impulse geben. Ich möchte, dass du dich deiner Sache selber klar wirst und dich verpflichtest, das entsprechend umzusetzen. Oder halt auch nicht. Denn Commitment hat ja auch mit Wahl zu tun und man kann auch wählen, das nicht umzusetzen.

Auf jeden Fall möchte ich ehrlich sein. Und ich bin ehrlich, indem ich sage, dass ich natürlich in diesem Podcast auch gar keine individuellen Tipps geben kann, dass ich gar nicht auf jeden Menschen einzeln eingehen kann, wie ich das zum Beispiel in meinen Coachings machen kann. Aber ich kann doch einen – wie man so schön sagt – Life Hack geben, etwas, das man mitnehmen und anwenden kann, damit es einem besser geht. Und das ist das Ziel der ganzen Aktion: Ich möchte, dass es dir besser geht. Dass du Mittel an die Hand bekommst, die du ganz einfach einsetzen kannst.

Und für so ein individuelles Lifestyle-Troubleshooting, wie ich es bezeichnen möchte, brauche ich das direkte Feedback des Menschen, mit dem ich zusammenarbeiten darf. Ich muss dich, ich muss ihn sehen. Wie reagiert er auf Fragen, auf einen Impuls? Was glaube ich, was er denkt? Wie ist der Austausch? Da ist ja auch eine Menge Chemie zwischen uns im Spiel und das funktioniert übers Audio nicht. Muss es aber auch nicht, weil der Podcast eine ganz andere Idee hat.

Warum erzähle ich dir das jetzt eigentlich? Wahrscheinlich, weil ich Angst habe, nicht verstanden zu werden. Verkannt zu werden in meiner Motivation und den Absichten. Vielleicht auch, in Zukunft weniger Hörer zu haben oder dass die Zahl der Menschen, die mit mir arbeiten wollen, nicht weiter wächst – wie es derzeit glücklicherweise der Fall ist. Menschen sind so. Vermute ich.

Die Zutaten der Angst

Angst vor dem Fliegen zum Beispiel. Ich schlafe teilweise richtig schlecht davor, weil ich mir ausmale, was alles passieren kann und wie hilflos ich der ganzen Sache ausgeliefert bin. Andere haben Angst vor der Prüfung morgen. Vor der Prüfung in zwei Wochen oder zwei Monaten oder nächstes Jahr, wenn sie gerade erst einen Lehrgang angefangen haben. Die merken auch jetzt schon, lange vor der Prüfung, körperliche Anzeichen der Angst.

Sorge um die Kinder, wenn sie draußen spielen. Auch so eine Angst. Und dabei spielt Angst ja für das Überleben eine wirklich wichtige Rolle. So ist es ja irgendwann einmal evolutionsbedingt angelegt worden. Von wem auch immer. Hätte ich jetzt vor 120 000 Jahren als Uga-Uga-Markus im Neanderthal keine Angst vor einem Tiger gehabt – würde ich wahrscheinlich nicht lange keine Angst vorm Tiger gehabt haben. Das sind ja alles wichtige Sachen, auf die sich der Körper einstellt. Die ganzen Abläufe, die dann im Körper stattfinden, die einen dann entsprechend flüchten lassen und die einem die Kraft geben zu flüchten.

Aber wir waren bei körperlichen Anzeichen der Angst und das schlägt natürlich auch in die andere, die negative Richtung zu Buche. Klar.

Wenn man einige andere Leute fragt, sagen die schlichtweg eher pauschal. “Ich habe Angst vor der Zukunft.”

Und an diesem Satz “Ich habe Angst vor der Zukunft” möchte ich eine ganz besondere Heimtücke der Angst entlarven. Und das hilft mir und ich wünsche mir, dass es dir auch hilft. Angst braucht, um wirksam zu werden, als unbedingte Zutat, den Bezug zur Zukunft. Ohne diesen Bezug hat Angst keinerlei Macht über dich oder mich. Es geht immer um etwas, das in der Zukunft passieren wird: Prüfung. Krankheit. Die Verschlechterung einer Krankheit. Ein Verlust von irgendwas. Ein Nichterreichen eines Ziels in irgendeiner Form. Eine Verschlechterung der aktuellen Situation oder eine Nichtverbesserung der aktuellen Situation. Wenn ich Angst habe und es gelingt mir, in diesem Moment darüber nachzudenken und mir das klar zu machen, schließe ich einfach meine Augen und – es hört sich lächerlich an, aber lasst euch einfach mal drauf ein – ich frage mich und ich suche in mir den Markus, der da jetzt gerade Angst hat. Wo ist denn der Markus mit der Angst, die sich äußert in Schwitzen, schnellerem Herzschlag, feuchten Fingern, Frieren. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen, viele Menschen erleben das anders. Das ist aber nicht entscheiden. Wichtig ist: Ich schließe meine Augen und suche den Markus, der Angst hat.

Angst bewältigen

Mach einfach mal mit, wenn du magst. Guck in dich rein und suche den Teil in dir, der Angst hat. Wo hat er sich versteckt? Sieh genau nach, auch hinten im Rücken, im Kreuz, guck mal da. Lass deine Augen geschlossen und überlege, ob der Markus, ob der Mensch – ich kenne deinen Namen jetzt nicht – frag dich einfach. Wo ist der, der da jetzt Angst hat. Wo ist der? Vielleicht in den Beinen? Im dicken Zeh kannst du mal nachgucken. Geh wirklich mal durch deinen Körper und such den Menschen, der jetzt Angst hat. Und such mal, wo die Quelle der Angst ist. Vielleicht in den Fingern. Hinten im Hinterkopft versteckt sie sich auch gerne, diese Angst. Und ich weiß, dass ich das jetzt ein wenig ins Lächerliche ziehe, aber das ist auch durchaus Sinn der Sache. Ich möchte, dass du wirklich diesen Teil suchst in deinem Körper, wo diese verdammte, blöde Scheißangst – und ich weiß, was das bedeutet – sitzt.

Ich finde diesen Markus, der Angst hat, nie in diesem Augenblick. Nie, nie, nie, nie, nie. Denn im Augenblick gibt es keine Angst. Du wirst den Menschen, der in diesem Moment, in dem du ihn suchst, Angst hat, nicht finden. Das ist echt komisch.

Du hast Angst vor was auch immer in der Zukunft. Im Moment gibt es keine Angst. Du hast Angst vor dem Tod. Wenn du krank bist, hast du Angst, was mit deiner Krankheit passiert. Wenn du einen Menschen liebst, dann hast du Angst, dass der auf einmal weg ist. Alles in der Zukunft. Such den Menschen, der jetzt im Moment Angst hat. Im ganzen Körper. Mach die Augen zu und such ihn. Wie gesagt: Du hast Angst vor dem, was in der Zukunft ist. Ich, der Markus, habe Angst vor was auch immer, aber es ist immer der Bezug zur Zukunft.

Kannst du dir vorstellen, bei der nächsten Angst, den Menschen in dir zu suchen, der da gerade Angst hat? Beschreibst du mir dann, wie du dich gefühlt hast? So wie ich – als ich diese Methode ausprobiert habe – für mich gedacht habe: Suchen? Mich? In mir drin? Irgendein Gefühl? Was für ein Unsinn. Aber gut, ich mach mal, habe ich mir gedacht.

Führt das vielleicht zu einem achtsameren Markus? Zu einem achtsameren Menschen? Zu einer Ausdehnung dessen, dass du achtsamer mit deiner Umwelt umgehen kannst, weil du merkst: Im Moment gibt es keine Angst?

Gut. Ein vollkommen anderes Thema, das ich gerne noch einmal mit dir besprechen werde. Zurück zu der Moral von der Geschicht. Nimm das einfach mit, wenn du Angst hast. Nutze diesen kleinen Life Hack, um die Angst zu bewältigen. Suche in dir denjenigen, der Angst hat und stelle fest, dass du dem Angstrezept – das, was die Angst ausmacht – nur diese eine Zutat entziehen musst. Zukunft. Und dann schaust du, was ist jetzt? Hast du im Moment Angst? Und du wirst feststellen: Im Moment habe ich gar keine Angst.

Mir hilft das sehr und ich hoffe und glaube, dass es dir auch helfen wird. Beschreib mir, wie es geworden ist, wie es gewesen ist, was du erlebt hast.

Wieder freue ich mich, wenn ich dir einen Impuls mitgeben konnte. Ende der nächsten Woche startet unsere #NoExcuses – Raus aus der Komfortzone-Challenge. Dann startet auch meine kleine Serie zum Thema Komfortzone hier im Podcast. Und in der nächsten Folge – das ist ja schon die zehnte! – geht es los mit einem Thema, bei dem wir mal über Freundschaften und Umfeld sprechen. Aber bis dahin. Mach du erst einmal DEIN Ding. Hab Spaß! Be committed. Ich freue mich auf die nächste Woche.

Ciao.