Heute beschreibe ich dir eine Methode, die den Menschen hilft, die sich bei einer Entscheidung durch ihr Umfeld eingeengt und überlastet fühlen. Wie können diese Menschen den Kopf frei bekommen?

Du erfährst, wie du Ballast zumindest gedanklich schnell abwerfen kannst, um dich für einige Minuten auf das zu konzentrieren, was deiner Entscheidungsfindung wirklich zuträglich ist.

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Einmal Transkript bitte:

Los geht’s. Hallo! Willkommen zur Episode 008 und heute werde ich dir ein Geständnis machen. Obwohl ich dir hier meine Gedanken und Ideen vortrage, ist es wahrscheinlich so, dass ich gar nichts weiß. Wahrscheinlich. Also überhaupt nichts.

Du erinnerst dich in der letzten Woche ging es um Glücksforschung und dann um ein gedankliches Wegnehmen. Wie du dich sofort etwas besser fühlst, wenn du ja etwas gedanklich wegnimmst, subtrahierst. Wir hatten das Beispiel Wald, einen Menschen und – wenn du dann feststellst, dass es gar nicht weg ist sondern noch da –, dass man sich darüber freut. Hast du das Experiment gemacht? Hat es dir auch etwas gebracht? Ich hoffe doch sehr. Was hast du dir gedanklich genommen und woran hast du dich dann erfreut?

Ja, das ist auf jeden Fall die Formel über die wir letzte Woche gesprochen haben. Ja, und das habe ich dir gesagt und berichtet, weil ich glaube, dass ich das weiß. Ich weiß sogar super Bescheid über alles. Super Bescheid wissen.

Cicero weiß von nichts.

Kennst du das Zitat: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“? Von wem ist das? Ich dachte immer, das kommt so aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. 1900 irgendwas war das. Ich bin ja auch ein Kind der Achtziger, Siebziger. Was ist eigentlich, wenn man 1970 geboren ist? Ist man dann ein Kind der Sechziger, Siebziger oder Achtziger, weil man da groß geworden ist? Jedenfalls ist das Zitat weder aus den Achtzigern noch den Zwanzigern, sondern das ist urkundlich 106 v. Chr. das erste Mal aufgetaucht. Cicero. Kultur im Podcast. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.

Warum erzähle ich dir das? Oft nutze ich die Methode, die ich gleich vorstelle bei Leuten, die mich um Hilfe fragen, weil so vieles auf sie einstürmt und bei mir ist es auch oft so. Die Methode funktioniert richtig gut in der Gesamtheit. Dir wird gleich hoffentlich klar – und ich werde versuchen, es dir soweit klarzumachen –, was es bedeutet, aber es funktioniert auch für den Einzelfall. Ja, und die Erklärung, um was es geht, ist in diesem Einzelfall viel, viel einfacher.

Ein Tattoo? Nicht dein Ernst!

Stell dir mal einfach vor, du möchtest in deinem Leben etwas verändern. Ich zum Beispiel bin tätowiert. Wohaa! Skandal. Ja. Das ist für mich ein Statement, ein Commitment. Be committed. Darum geht es aber nicht. Stell dir mal vor, du möchtest eines?
Was sagt zum Beispiel dein Arbeitgeber? „Das geht aber nicht, dann müssen Sie gucken, dass Sie es aber gut verstecken.“
Deine Kinder? „Papa, das ist so peinlich in deinem Alter.“
Was sagt die Familie? Die Eltern? „Oh nein, so haben wir dich aber nicht erzogen. Nein, nein.“
Was sagen deine Freunde? „Ah, muss das denn sein? Was willst du denn da machen?“
Was sagt dein Lebensgefährte oder deine Lebensgefährtin? „Ja. Ich muss mir das jeden Tag angucken, ist das echt schön?“
Was sagen dir Bücher? Was sagen dir Medien? Ich erinnere nur an die Historie, wo Tattoos herkommen: Knast und Seefahren und so, und was sagst du selbst?

Was ist mit dem, was du gelernt hast, was du weißt. All das – und wir sprechen hier nur in Anführungszeichen über ein Tattoo. All das dazu führend, dass du dich vielleicht zu dem Gefühl, du bist überlastet, was passiert? Was machst du jetzt? Versuchst du es allen recht zu machen? Gibst du jetzt deinem Arbeitgeber, Kollegen, Kindern, Freunde, Lebensgefährten, Bücher, … na gut, Bücher nicht. Gibst du jetzt allen Feedback und versuchst dich zu erklären, was du dir dabei so gedacht hast und warum dir das alles so in den Sinn gekommen ist? Wie geht es weiter? Mache es wie Cicero … Ich wiederhole noch mal das Zitat: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Ich werde dich jetzt gleich durch 1 Minute führen, die mir da sehr oft hilft und auch den Menschen, mit denen ich da arbeiten darf, oft hilft.

Den Kopf frei bekommen

Die Vorbereitung: Versuch dir bitte vorab ganz kurz klar zu werden, warum du deinen Wunsch – mach dich mal frei vom Tattoo – hegst? Und ja, mach mit dir selber ab, was genau dich daran reizt? Du kannst übrigens, da du es niemandem sagen musst, ganz, ganz offen zu dir selbst sein.

Möchtest du vielleicht etwas ändern? Ist das cooler? Findest du es einfach schön? Kann ja sein. Fühlst du dich attraktiver? Willst du vielleicht auffallen, sogar provozieren unter Umständen? Was es auch immer sein mag, was auch immer der Grund ist, mach das mit Dir kurz klar, dass du dir da sicher bist.

Sicher? „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.

Schließ deine Augen. Am wertvollsten ist es, wenn du dir diese Minute nun wirklich nehmen kannst, mit geschlossenen Augen, das ist im Auto blöd. Geht das nicht, weil du zum Beispiel Auto fährst, dann stopp doch kurz die Episode hier und mach einfach weiter, wenn du die Möglichkeit hast, wenn es zeitlich passt.

Okay, ich gehe davon aus, dass du nicht gestoppt hast, weil du entweder jetzt bei dir zu Hause auf der Couch sitzt oder am Strand oder sonst irgendwo, wo du die Augen zu machen kannst. Versetze dich kurz in die Lage: Wir hatten besprochen, dass es darum geht, dass du dich überlastet fühlst, dass unglaublich viel auf dich einstürzt und so was. Und jetzt lass mal folgende Gedanken zu. Mach mal die Augen zu und folg mir mal einfach.

Alles was du bisher in deinem bisherigen Leben gehört hast, ist eine Lüge. Es stimmt absolut gar nichts. Lass einfach alles los. Alles was du in der Schule gelernt hast, stimmt nicht. Alles was deine Eltern, deine Familie dir in bester Absicht vermittelt haben, ist falsch. Alles was man tun darf und was man nicht tun darf, ist falsch. Eine Lüge. Du brauchst exakt gar nichts wissen, dich an nichts erinnern. Du brauchst auch keine Antworten geben. Du musst einfach nichts glauben.

Alles was du je im TV, im Radio gehört oder gesehen hast, stimmt nicht. Alles was du je gelesen hast: Lüge. Unwahrheiten. Keine Ahnung. Alles stimmt nicht.

Erinnere dich an all das, was du in den letzten Jahren erlebt hast, was man dir gesagt hat, was du dir selbst gesagt hast. Alles Lüge. Stimmt einfach alles nicht.

Du weißt nichts und du brauchst auch überhaupt gar nichts zu wissen.

Alles, einfach wirklich alles, ist nicht wahr. Es gibt keine Wahrheit, alles ist Lüge.

Du brauchst dich an nichts halten. Du brauchst nichts wissen und du brauchst auch auf nichts hören und auf keinen.

Mach die Augen wieder auf. Es war nur 1 Minute. Wie hat sich das angefühlt? Was hast du erlebt bei den Gedanken? Als ich dir sagte, dass deine Eltern dich angelogen haben, die Schule, all die Wissenschaft, wie fühlst du dich jetzt? Mich, ja, mich erfrischt das immer ein bisschen. Erfrischen, ja. Mich erleichtert das. Und jetzt wirst du erleichtert eine Entscheidung treffen können, weil jetzt geht es nur noch um dich, weil diese Methode dich von viel Ballast befreit. Ballast, der gar nicht dein Ballast ist.

Weg mit dem Ballast!

Die ganzen Steine da in deinem Rucksack gehören irgendwie zu jemand anderem. Du kannst den Rucksack absetzen und die Steine oder alles andere was da in deinem Rucksack drin ist, was so schwer ist und gar nicht zu dir gehört, einfach auspacken und ja, leg sie an den Straßenrand, all die ganzen Steine. Tue mir einen Gefallen, trage diese ganzen Steine nicht zurück in den Garten der Leute, die sie in deinen Rucksack gepackt haben. Vermutlich war das in bester Absicht und sie wussten es vermutlich nicht besser. Cicero halt. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.

Was ich dir in den letzten Minuten sagen wollte und möchte, ist nichts anderes als: Erlaube es dir hin und wieder einfach nichts zu wissen, nichts zu glauben und dir klar zu machen, dass du von nichts einen Plan hast und das macht vieles einfacher, weil du dadurch deine Gedanken erfrischen kannst. Und alles was du angeblich tun und lassen musst, einfach mal sagen kannst, ist eine Lüge. Und dann ist nur das Ergebnis von dem wichtig was von dir übrig bleibt vom Gefühl her und wo du glaubst, ja das passt, und dann passt das auch und dann kannst du das nehmen und einfach verwirklichen. Ja.

Schreib mir doch mal einfach in die Kommentare, wie das für dich war, was du erlebt hast und ja – ob es dir geholfen hat. In der nächsten Woche geht es um Angst. Du weißt, ich hatte oft Angst, und es geht um die Antwort, um die Frage, warum es im Augenblick, in einem Augenblick gar keine Angst gibt. Und warum das bei mir hilft. Nicht immer aber oft.

Bis dahin, habt eine gute Woche, mach DEIN Ding.
Be committed. Das war der Markus. Ciao.