„Was du nicht willst was man dir tut, dass füge auch keinem anderen zu!“

Was das mit mir und der Idee dein Ding zu machen zu tun hat verrate ich dir in der heutigen Podcastepisode.

[smart_track_player url=“http://rccom.podcaster.de/download/be-committed-on-air-002.mp3″ title=“Was ein uraltes Sprichwort mit deinem Ärger über miese Autofahrer zu tun hat“ artist=“BE COMMITTED! ON AIR“ social=“true“ social_twitter=“true“ social_facebook=“true“ social_gplus=“true“ social_linkedin=“true“ social_pinterest=“true“ social_email=“true“ ]

Einmal Transkription bitte:

Hallo Leute, hier ist der Markus zur Podcast-Episode zwei.

Ja, ich bin froh, dass ihr dabei seid, und möchte direkt beginnen mit einem Zitat – das kennst du bestimmt: Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Ja. Was das mit mir und der Idee, dein Ding zu machen, zu tun hat, das verrate ich dir in der heutigen Podcast-Episode.

Wie bist du wirklich?

Bei mir ist das zum Beispiel so: Ich möchte so akzeptiert werden, wie ich bin, und vielleicht sogar geliebt werden, bewundert werden. Ja, jetzt kommt was ganz Überraschendes: Jeder möchte das. Denke ich zumindest. So sein, wie er wirklich ist. Was bedeutet für dich in dem Zusammenhang eigentlich „wirklich“? Was bedeutet das? Nun ja. Das ist wieder eine ganz andere Frage, zurück zum Wollen und Erwarten. Also, wir erwarten von unseren Mitmenschen, dass sie uns so nehmen, wie wir sind.

ABER, ja, ich erwische mich auch immer wieder bei einem Gedanken, bei einem, ja, ich hadere: Wenn doch mein Sohn endlich häufiger anrufen würde. Der Junge weiß doch, dass ich darauf warte. Und so schwer kann das doch eigentlich auch nicht sein, oder? Wenn meine Frau jetzt endlich gesünder leben würde – sie würde länger leben. Und ja, natürlich, die ganzen Klamotten, die sie immer anhat – das geht meistens überhaupt gar nicht. Und die bescheuerten Kollegen, die gehen mir so auf den Sack. Wenn die sich doch endlich mal auf das konzentrieren würden, was sie machen sollen. Und nicht irgendwelchen anderen Mist. Und hier, dieser Herr Musterdings, ohh, der glaubt auch, seine Witze wären lustig und neu – sind sie nicht. Ach ja – und die Arschgeigen auf der Autobahn. Also heute bei der Hinfahrt so unglaublich langsam auf der Mittelspur und auf der linken Seite auch nur Idioten. Und rechts – naja, klar.

Mein Leben könnte so viel leichter und schöner sein. Und ich will den Leuten doch nur helfen, es besser zu machen und richtiger …

Besser? Richtiger?

Wir versuchen dann immer all das zu ändern. Ja na klar. Es gibt immer wieder Dinge, die einen stören. Und das auch zurecht, weil einfach jeder seine Dinge sagt und an seine Dinge glaubt und davon überzeugt ist. Und wo wir bei „glauben“ sind: Er glaubt, ich glaube, du glaubst zu wissen … Wo war ich? …

Die Anderen verändern?

Ach ja, versuchen, den anderen zu ändern. Wie oft klappt das deiner Erfahrung nach? Wie frustrierend ist das für uns und auch unseren Patienten, dem wir ja so unglaublich helfen wollen. Meistens bringt es absolut überhaupt gar nichts. Sicher, in einer Beziehung – ich meine jetzt, ganz egal, welche Form diese Beziehung hat, also keine Ahnung: Freunde, Partnerschaft, Kinder, Eltern, also mit Menschen, die uns wichtig sind. Wichtig, wichtig, wichtig – jaja, das habe ich dreimal gesagt.

Das ist wichtig, dass man sich eben austauscht. Dass man ehrlich ist, dass man Kompromisse eingeht, die einhält. Ja, und sich am anderen erfreut. Und es ist ein anderes Thema und ja, ja, ja, ja, ja, das kann gehen, aber es geht eben immer nur wechselseitig, wenn beide damit einverstanden sind. Es schraubt nicht einer mit der ganz groben Kelle am andern rum.

Kommen wir zurück: Nein, meistens bringt es einfach nichts. Außer, dass man sich aufregt. Und eigentlich wäre ja allein das schon Grund genug, das zu lassen. Und, ja, während ich das erzähle, gebe ich dir tolle Ratschläge. Ja, ich kriege das durchaus mit, dass ich dir was erzähle, weil ich ganz genau Bescheid weiß.

Eigentlich nicht.

Was ich, und ich spreche bewusst jetzt nicht dich an, sondern was ich ändern kann, und ich arbeite echt dran, ist mein Verständnis von mir selbst.

Sich selbst hinterfragen

Was genau macht mich am Verhalten der andern so sauer? Was löst es bei mir aus? Welche Knöpfe drückt es? Und warum gibt es diese Knöpfe überhaupt? Wer hat die gemacht? Habe ich mir die selbst gemacht? Könnte es sein, dass ich mich bedroht sehe? Oder dass ich Angst habe, dass mich keiner mag, keiner liebt? Ist es mein Drang, im Recht sein zu wollen, zu müssen, weil ich doch angeblich so ganz genau Bescheid weiß. Und zwar über alles, alles, alles – ich weiß alles.

Könnte es vermutlich sogar sein, dass ich am Anderen die Eigenschaften ändern möchte, die ich an mir selbst hasse und verachte? Hat es vielleicht sogar einen Grund, dass ich diesen letzten Punkt genau an dieser Stelle aufgelistet habe?

Ja, könnte sein.

Eigentlich hätte ich dieser Wahrheit lieber nicht ins Auge gesehen, und deswegen schreibe ich sie zuletzt. Welcher Punkt trifft dich? Aber was kann man machen, was kann ich machen, was kannst du machen, wenn du möchtest?

Was kannst du tun?

Erstens: Ich kann die Erwartungen lockern. Kein Mensch kann deine Erwartungen erfüllen, wenn du von ihm verlangst, also erwartest – Erwartungen – er soll dir Bestätigung geben, dich unterstützen, deine Meinung untermauernd, und so weiter und so weiter, zusammenfassend: Er soll dich glücklich machen. Das ist deine Erwartung an andere und das funktioniert nicht.

Zweitens: Du kannst den anderen annehmen, mit all seinen sonnigen und schattigen Seiten, so gut es eben geht. Wenn man mit dem Menschen – und da du dich dazu entscheidest – weiter eine Beziehung haben möchtest, dann tu das. Wenn nicht, dann entscheide dich entsprechend, und ich glaube, du weißt, was ich da meine.

Drittens: Überprüfe deine Reaktion auf das, was geschieht, auf das, was andere tun, was das mit dir macht. Hältst du es vielleicht sogar für möglich, an der Situation zu wachsen? Zu wachsen – ein Punkt, den ich lange ausgeblendet habe. Ich kann meinen Gegenüber, den ich einfach nicht mag – ganz egal, warum; ist ja vollkommen in Ordnung jetzt erst mal – als Trainer betrachten. Als eine Art Sparringspartner. Dieser Typ, der mir auf den Sack geht, oder eine Frau oder was auch immer – es lehrt und trainiert mich in Gelassenheit.

Gelassenheit lernen

Wichtiger Punkt. In der Kunst, nicht alles immer persönlich zu nehmen. Eines der Dinge, die mir schwerfallen, an denen ich richtig gut arbeiten kann. Und der Übung, erst einmal durchzuatmen und jetzt nicht mit einem hochroten Kopf und einem entsprechenden Adrenalin-Überschuss Dinge zu tun, die man nachher vielleicht bereut.

Wer hat eigentlich den schönen Satz noch mal gesagt: Stress, den ich nicht hatte, hatte ich nicht. Insbesondere in Bezug auf die gesundheitlichen Auswirkungen. Egal. Ich schweife schon wieder ab.

Achtung, Wortwitz: Das kannst du bei mir nicht mehr ändern. Das mit dem Abschweifen. Oder so. Wie auch immer. Du erinnerst dich, als ich oben ausführte, dass ich ja dem anderen nur helfen möchte. Meint man zumindest.

Wir können drittens unser Verständnis vom Helfen überdenken und mal neu bewerten. Was meinen wir mit „helfen“? Was möchten wir da eigentlich? Wem helfen wir? Ich kann niemandem helfen, der keine Hilfe möchte und außerdem noch nicht mal danach gefragt hat.

Ein Vorbild sein

Ich kann da sein und, ja, ich kann, ich müsste eigentlich sogar zu guter Letzt, viertens, ein Vorbild sein. Ein Vorbild sein, weil nachweislich lernen Menschen am besten mittels Vorbildern. Das ist es, was ich versuche. Das ist mein Bestreben. Ich glaube, dass das für mich ein guter Plan ist.

Erinnerst du dich an den ersten Satz? Ganz oben, ganz am Anfang vom Podcast?

Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem andern zu.

Ich möchte dich ermutigen, den Satz einfach einmal für dich umzudrehen. Die Bedeutung zu lassen und einfach nur umzudrehen. Was dabei rauskommt, ist: Verhalte dich den Menschen gegenüber so, wie du es dir von den andern auch wünscht.

Vielleicht sitzt du jetzt im Auto, zuhause oder beim Sport, und denkst dir: Ja, das hätte er jetzt auch in ein paar Minuten deutlich schneller und einfacher sagen können. Ja, hätte ich. Ich wollte dich aber inspirieren, vielleicht über einen der Punkte nachzudenken, dich wiederzufinden und auch vielleicht zu sagen: Hat er vielleicht gar nicht so unrecht, möchte ich für dich, für mich übernehmen. Ich will dir doch nur helfen.

Ja. Du hast was gemerkt. Genau. Ich will dich doch nur ändern. Ja.

Und jetzt du!

Schreib mir, was dich bewegt, was dich immer wieder packt, wenn es um deine Reaktion auf andere geht. Wo du dich vielleicht auch verändern oder wachsen möchtest.

Bis dahin, mach dein Ding, bleib committed.

Das war der Markus. Bis zum nächsten Mal.

Tschö.